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Boxen, Ringen und Judo in einem!
Mixed Martial Arts, kurz MMA, revolutioniert weltweit den Wettkampfsport. Angefangen hat alles in den USA und in Japan. Nun ist es auch bei uns auf dem Vormarsch. von Leo Dietrich
Die letzten zwei Runden konnte er nach Belieben dominieren. Als ehemals erfolgreicher Kickboxer hielt er den kleineren Gegner mit gezielten Box- und Trittkombinationen auf Distanz. Die dritte Runde im Ring ist bald vorbei. Der Sieger scheint festzustehen. Doch plötzlich kann sein Kontrahent ihn in eine Ecke drängen und klammert sich an seinen Beinen fest. Der Kampf verlangt von beiden alles ab, Erschöpfung wird sichtbar. Der Kickboxer versucht sich aus der Umklammerung zu befreien, doch dann fallen beide auf den Ringboden. Sein Gegner, klein aber sehr flink, hat die Gelegenheit erkannt und manövriert sich am Boden in eine gute Position. Knallharter Bodenkampf – alles Technik! Dort sieht der Kickboxer mit seinen rudimentären Bodenkampfkenntnissen nun ziemlich schlecht aus. Zwanzig Sekunden vor Ablauf der Kampfzeit muss er sich geschlagen geben und klopft ab. Sein Gegner hatte ihn in einem Würgegriff, aus dem es kein Entrinnen mehr gab. Die Wettkampfsportart Mixed Martial Arts (MMA) ist nun definitiv auch in unserer Hemisphäre angekommen. Auf Fernsehsendern wie DSF und Eurosport werden seit geraumer Zeit solche Veranstaltungen ausgestrahlt. Auch in der Schweiz gibt es regelmässig Events, beispielsweise das Shooto Switzerland im Zürcher Volkshaus. Im MMA geht es darum, den Gegner mithilfe von Techniken aus allen erdenklichen Kampfsportarten zu besiegen. Ziel ist der Knockout, der Aufgabensieg durch einen Hebel- oder Würgegriff, vorzeitige Aufgabe durch technische Überlegenheit oder ein Punktesieg. Um erfolgreich zu sein, müssen sich die Athleten einem äusserst anspruchsvollen Trainingsplan unterwerfen. Als Grundlage gilt Techniktraining im Standkampf (Boxen, Kickboxen, Thaiboxen) und im Bodenkampf (Ringen, Judo, Brazilian Jiu-Jitsu). Dazu kommen noch ein passendes Konditions- und Krafttraining, geeignete Ernährung, aktive Erholungsphasen, Taktikbesprechung, Gegneranalyse und zuletzt unzählige Runden Übungskämpfe mit Trainingspartnern. Es sollen schliesslich alle Bereiche entsprechend abgedeckt werden. Nur dann ist man ein kompletter Kämpfer. Denn was MMA von anderen Wettkampfsportarten unterscheidet, ist die riesige Auswahl an Techniken und Möglichkeiten, den Kampf zu beenden. In den USA hat das MMA dem klassischen Boxen bereits den Rang abgelaufen.
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