Dienstag, den 22. November 2011 um 21:07 Uhr

 

Irgendwo zwischen Folk-Pop und Indie-Rock

 

Flanell-Hemden, Bärte, Woll-Mützen und Nerd-Brillen wo man hinschaut. Einen Moment lang frage ich mich, ob ich aus versehen an einem Hipster-Weihnachts-Fest gelandet bin. Nein, denn dieses findet wahrscheinlich nicht im Komplex 457 statt. Aber die Fleet Foxes sind zu Gast in der Limmatstadt.

Text Michael Calabrò / Fotos Tomi Pavletic

Der Saal ist dunkel und die Projektion der Galaxie auf der Leinwand versetzt einen bereits vor dem Konzert in einen schwebenden Zustand. Dann betreten die Fleet Foxes die Bühne und entführen das Publikum vollends in die Schwerelosigkeit. Sie eröffnen das Konzert mit The Plains/Bitter Dancer, gefolgt von drei weiteren Songs aus ihrem aktuellen (dritten) Album Helplessness Blues. Ragged Wood, aus ihrem 2008 erschienen zweiten Album, erweist sich als einer der Höhepunkt des Abends gefolgt von den weiteren Hits wie Montezuma, Mykonos usw. Das Publikum schaukelt und wippt wie hypnotisiert zum Takt der Musik und lässt sich in die ferne Galaxie der Füchse aus Seattle tragen.

Auf der Bühne sehen wir eine überzeugende, gar beeindruckende Performance der Band. Letztere wirkt wie ein Gast ihrer selbst – keiner der Musiker will bewusst im Mittelpunkt stehen; dieser Platz gehört ihrer Musik. Und doch tun sie es alle – ganz still. Entweder beeindrucken sie mit ihren Stimmen oder mit ihrer Fähigkeit an den Instrumenten – speziell die Multi-Instrumentalisten.

Die Chöre lullen uns ein, die Musik verzaubert und in Kombination mit den Projektionen hab ich das Gefühl einen Fensterplatz in einem Raumschiff zu haben das mich zurück in die Zeit der Blumenkinder (ent-)führt.

Fazit: Ein sehr schönes Konzert einer grossartigen Live-Band. Von den Stellen an denen die CD um die volle Aufmerksamkeit des Hörers buhlt und dadurch anstrengend zu werden droht, kann man Live kaum genug kriegen...