Samstag, den 18. Februar 2012 um 11:56 Uhr

 

Tim Bendzko @ X-tra

Viel Liebe und ein bisschen Hass


Tim Bendzko landete mit seiner Hymne „Nur mal kurz die Welt rett‘n“, welche den vom Stress geplagten Bürger aufs Korn nimmt, den Überraschungshit 2011. Gestern stellte er sich seinen Fans im ausverkauften X-tra.

Vanessa Sadecky

Er sieht nicht nur aus wie Schwiegermamas Liebling, er singt auch so:  Seine helle Stimme und seine einfach gehaltenen Texte sind ungefährlich. Es ist, als ob man der musikalischen Verschmelzung zwischen Adel Tawil („Stadt“) und Xavier Naidoo lauschte. Mit dem inhaltlichem Unterschied, dass  Tim Geschichten aus dem Alltag erzählt, in die sich jeder hineinversetzten kann; es geht um Liebe und Herzschmerz, aber auch banale Dinge, wie dem Bedürfnis einfach mal wieder auszuschlafen.

Im 26-jährigen Berliner brodelte der Wunsch Musik zu machen schon über Jahre hinweg, doch er liess anderen Dingen in seinem Leben Vorrang.  Ob er nun als Teenager eine Fussballerkarriere beim 1. FC Union Berlin startete oder zwecks Selbstfindung und ohne religiösen Hintergrund Theologie studierte und dann sogar eine Stelle als Auktionator antrat, der Anziehung der grossen Bühne konnte er sich nicht entziehen.

Und auf dahin gehört er. Man merkte, dass ihm jeder seiner Songs am Herzen lag, jeden leitete er mit einer Anekdote ein, was das Publikum immer zu schätzen weiss. Nur beim Thema Fussball trat er ins Fettnäpfchen. Da schlug dieser einfältige Deutsche doch tatsächlich vor, dass sich die Schweizer Fangemeinde an der EM für das deutsche Team begeistern solle. Damit erntete er sogar Buhrufe von seinen treusten Teeniefans.

Alles in allem war es ein spassiges Konzert, Tim Bendzko ist ein begnadeter Live-Künstler. Sein Repertoire allein ab CD, kann dagegen schnell langweilig werden.